• Text und Foto: Daniel Meyer

Filmton in Hochschulen


Schweizweit gibt es nur wenige Schulen, in denen man mit modernster Infrastruktur Film studieren und dessen Produktion von Grund auf lernen kann. Am Beispiel der Hochschule Luzern erklären die Autoren, wie sie bei der Wahl von Bild- und Tontechnik vorgegangen sind.

Blick in die Regie: Gut sichtbar sind die Akustikelemente

(Absorber, Diffusoren) sowie auch die seitliche Beschallung.

Seit geraumer Zeit werden Bild und Ton für Filme nur noch digital produziert. Dies erfordert enormes Wissen und entspre- chende Infrastruktur, um die neuen Produktionsmethoden zu lehren. Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und die Hochschule Luzern (HSLU) sind die wichtigsten Ausbildungsstätten in der deutschsprachigen Schweiz.

Seit Herbst 2016 befindet sich der Campus Kunst und Design der HSLU in einem umgebauten

Fabrikareal (ehemalige Viscosistadt) in Emmenbrücke bei Luzern. Kürzlich wurden die zwei identi- schen Film-Mischregien fertiggestellt und vor allem für Dokumentarfilm- Mischungen des Studiengangs Video und für Animationsfilm-Mischungen des gleichnamigen Studiengangs benutzt. Dazu gehört je eine Sprecherkabine respektive ein Foley-Aufnahmeraum für Nachvertonungen.

Gesucht: Passendes Lautsprechersystem

Bei der Planung der beiden Regien war klar, dass man eine Stereo-5.1-Lösung wählen würde. Es stellte sich die Frage, ob eine sogenannte Standard-Lösung bevorzugt werden soll, da Standards gerade im Kino eine wichtige Rolle spielen. Da beide Räume über eine kleine Kinobestuhlung hinter dem Regietisch verfügen und die Leinwand eine bestimmte Grösse haben muss, kam keine Nearfill-Beschal- lung infrage. Es musste eine Beschallung mit Lautsprechern hinter der Leinwand wie im Kino konzipiert werden.

Nach einem aufwendigen «Vergleichshören» verschiedener Lautsprecher entschieden sich Hans Peter Gutjahr und Thomas Gassmann, beide Dozent im Bachelorstudiengang Film, für eine ungewöhnliche technische Ausstattung: drei 12S (L/C/R), zwei 18S Sub, vier 5S (Seiten), ein 21S (LFR), ein 30D, ein 10D Amp/ Controller (pro Regieraum, alles von D&B Audiotechnik)*. Hans Peter Gutjahr begründet: «Sowohl Thomas Gassman als auch ich waren nach dem Anhören der Überzeugung, dass es sich beim gewählten System um ein verfärbungsfreies Hornsystem handelt, das geeignet ist, Filmmischungen auf hohem Niveau zu realisieren.»Die Produktionen werden in einer auswärtigen Kinoumgebung visioniert, um Sicherheit über mögliche Inhouse- Produktionsfehler zu bekommen.

Die ausgewählten Komponenten von d&b audiotechnik.

Mittlerweile sind sich Gutjahr und Gassmann sicher, dass sie mit ihren neuen Studios durchaus in der Lage sind, einen internationalen Filmton-Standard zu erzeugen. Und ausserdem grösstmögliche Sicherheit über das Frequenzspektrum der Töne bereits vor Herausgabe der Arbeiten haben. Die Wahl eines in solcher Umgebung noch nicht gebräuchlichen Abhörsystems erfüllt – wohl als einzigen Makel – die theoretische Untergrenze der Wiedergabe von 20 Hz nicht. Dies wird von Hans Peter Gutjahr als unproblematisch angesehen, müsste doch auch die Regie in diesem Bereich eine kontrollierte Wiedergabe erlauben – in den wenigsten Abhörräumen weltweit ist das richtig möglich.

Die Innenakustik der beiden Regien wurde von der Firma WSDG geplant und von den beiden Studienleitern mithilfe von Studenten umgesetzt worden. Es handelt sich um ein «Raum in Raum»-Konzept. Die Dämpfung gegen aussen ist hervorragend, was aufgrund des benachbarten Militärflugplatzes ein wichtiger Faktor ist. Das Equipment und die Verkabelung wurden ebenfalls durch die beiden Studienleiter konzipiert und eingebaut.

• Infos zum Campus der HSLU und Beispiel-Trailer gibt es hier: hslu.ch

• Blockschaltbild zur Filmregie: Prinzipschema

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